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Thursday - 02. December 2021
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Die Burg Šariš

[1114; left]Die weitläufige Ruine einer der größten slowakischen Burgen erhebt sich auf der Kuppe eines bewaldeten kegelförmigen Berges (570 m ü. d. M. ) etwa fünf Kilometer nördlich von Prešov oberhalb des Städtchens Großscharosch (Veľký Šariš). Dank der günstigen geographischen Lage auf einer freistehenden, das umliegende Terrain überragenden, oberhalb der Torysa liegenden Anhöhe, an der alten, in den Norden führenden Handelsstraße, war dieser Ort bereits in der jüngeren Steinzeit und bis zum 4. Jahrhundert nach Christi besiedelt. Die Kontinuität der Besiedlung in den folgenden Jahrhunderten konnte nicht nachgewiesen werden.

Die neue Festung entstand an der Stelle der urzeitlichen Burgstätte erst in der Zeit der Konstituierung des ungarischen Reiches im Zusammenhang mit der Verteidigung seiner Nordgrenze. Diese Verlief im 11. /12. Jahrhundert einige Kilometer nördlich von Prešov und bestand aus einer breiten Linie von Wachposten, Wächtergemeinden, Verhauen und Befestigungen verschiedener Art und den Burgen.

Die Scharischer Burg entstand wahrscheinlich am Ende des 12. Jahrhunderts als königliche Festung, Sitz des königlichen Verwalters (Gespan), der 1217 erstmalig erwähnt wird. Nach dem Tatareneinfall (1241) wurde die ursprünglich überwiegend aus Holz gebaute Burg umgebaut. Die steinerne königliche Burg bestand damals aus einem mächtigen viereckigem Wohnturm (irrtümlich Donjon genannt) mit bis zu 4,3 m dickem Mauerwerk, dem anliegenden Palas, einer Wasserzisterne und der Burgmauer mit Graben. Zur Verteidigung des einzigen zum Tor führenden Zuganges diente der an der Westseite freistehende kegelförmige kleine Turm, der später in die Befestigung der unteren Burg (Vorburg, Vorhof) eingebaut wurde.

Nach der Entstehung des Komitats Scharisch in den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts wurde die Burg zum Zentrum des neuen Verwaltungsgebietes und zum Sitz der Scharischer Gespane. Erstmalig wird sie 1262 erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Burg von dem mit König Karl Robert verfeindeten Geschlecht Omodej erobert. Die neuen Besitzer erweiterten die Burg um Wohn- und Wirtschaftstrakte und verstärkten ihre Befestigung. Der Burgkapitän Demeter terrorisierte von hier aus die umliegenden Orte und den dem König ergebenen Kleinadel. Nach der Schlacht bei Rozgon/Rozhanovce 1312 kam die Burg wieder in königlichen Besitz. König Sigismund gab die Burg im Jahre 1405 Peter Perényi zum Lehen, von ihm erwarb sie später das Geschlecht Soós. 1441 bis 1461 war die Burg in den Händen Johannes Jiskras und in den fünfziger Jahren auch sein häufiger Sitz. Nach einer erfolglosen Belagerung erwarb schließlich König Matthias I. Corvinus (Matej Korvín, 1458-1490) durch einen Vertrag die Burg. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts war die Burg wieder im Besitz der Perényi, die sie erneut erweitert und mit einer neuen Mauer versehen haben. Franz Perényi verlor dann die Burg 1536 in den Kämpfen mit Ferdinand I.

[1115; right]Infolge des Friedens von Großwardei (1538) kam die Burg endgültig in den Besitz König Ferdinand von Habsburg und blieb es bis 1642. Dieser Zeitabschnitt stellt eine neue Etappe der baulichen Veränderungen der Burg dar. Wegen der türkischen Bedrohung sowie der instabilen landespolitischen Lage, die durch immer wieder drohende Unruhen gekennzeichnet war, bauten die Habsburger die Burg zu einer militärischen Festung aus. Die Umbauten in der Mitte des 16. Jahrhunderts leitete der italienische Baumeister Felix de Pisa. Damals entstand die weitläufige untere Burganlage, die fast die ganze Kuppe des Burghügels einnahm, sowie eine mächtige Befestigung mit 14 runden, hufeisenförmigen und rechteckigen Basteien. Damaliger Burgkapitän war der bedeutende humanistische Gelehrte Georg Wernher. Die Besatzung bildeten bis zu 200 Soldaten, die Ausrüstung bestand aus Kanonen verschiedener Art und etwa 200 leichten Feuerwaffen. Die letzten Fortifikationsarbeiten von größerer Bedeutung wurden an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert ausgeführt - es entstand eine Barbakane und eine mächtige, den Zugangsweg kontrollierende Bastion.

1642 kam die Burg in den Besitz des Magnatengeschlechts Rákóczi, was drei Jahre später auch durch den Linzer Frieden (1645) bestätigt wurde. In die darauffolgenden bewegten Ereignisse der letzten antihabsburgischen Aufstände wurde die mächtige Festung jedoch nicht einbezogen. Im Jahre 1660 explodierte das Schießpulverlager und die gesamte Burganlage wurde beträchtlich beschädigt. In den folgenden Jahren wurde sie deshalb nur noch als Heeresquartier genutzt. 1683 wurde die Burg nach einer erfolglosen Belagerung Prešovs vom polnischen König Johann Sobieski eingenommen und in Brand gesetzt, so daß die Festung definitiv ihre strategische Bedeutung verlor. Die letzte Erwähnung stammt aus dem Jahre 1687, in dem der Kapitän Székely die Burg endgültig niederbrennen


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